Aufzugseinbauprogramm für die U-Bahn abgeschlossen

Mit der Inbetriebnahme des Lifts in der U1-Station Taubstummengasse ist das in den 1990er-Jahren begonnene und über 47 Millionen Euro umfassende Aufzugseinbauprogramm für die Linien U1, U2 und U4 abgeschlossen.

Lift bei der Wiener U-Bahn
BIZEPS

Seit der Fertigstellung der Aufzüge in der U4-Station Braunschweiggasse im April 2003 und der Inbetriebnahme der neuen Lifte in der U2-Station Volkstheater im September 2003 sind die Linie U2 und U4 (mit Ausnahme der Station Schottenring) durchgehend mit Liften ausgestattet.

In der U1-Station Praterstern stehen den Fahrgästen seit kurzem neue Aufzüge zur Verfügung. Mit Inbetriebnahme des noch ausständigen Lifts in der U1-Station Taubstummengasse sind jetzt auch alle Bahnsteige der U1 barrierefrei erreichbar.

Nur auf die Lifte in der Station Schottenring müssen die Fahrgäste noch etwas länger warten. Diese Station wird im Zuge des U2-Ausbaues gänzlich umgestaltet. Dabei werden selbstverständlich auch Lifte eingebaut.

Ein Aufzug für jeden Bahnsteig
Das Wiener U-Bahn-Grundnetz mit den Linien U1, U2 und U4, welches in den 70er- Jahren des 20. Jahrhunderts mit 41 Stationen geplant und bis 1982 in Betrieb genommen wurde, entsprach in späteren Jahren bei den Aufstiegshilfen nicht mehr den modernen, kundenorientierten Vorstellungen der Wiener Linien.

Deshalb wurde zu Beginn der 90er-Jahre ein umfangreiches, konsequentes Aufzugsnachrüstprogramm für 24 Stationen des Grundnetzes beschlossen, um einen barrierefreien Zugang zu jeder Wiener U-Bahn-Station zu ermöglichen.

Die Kunden der Wiener Linien, vor allem Fahrgäste im Rollstuhl, aber auch Fahrgäste, die schwer zu tragen haben, mit einem Kinderwagen unterwegs sind oder gehbehindert sind, sollen ungehindert und bequem die U-Bahn benützen können.

1995 konnten die ersten nachträglich eingebauten Aufzüge in den Stationen Karlsplatz und Hütteldorf in Betrieb genommen werden. Zug um Zug wurden in den neun Jahren bis 2004 insgesamt 35 Aufzüge – im Durchschnitt also rund vier pro Jahr – installiert.

Alle nachträglich eingebauten Aufzüge haben eine Gesamt-Hubhöhe von 244,7 Meter. Das entspricht – um einen anschaulichen Vergleich zu wählen – nahezu der Höhe des Donauturms (252 Meter).

Planungsgrundsätze für den Lifteinbau
Für den Lifteinbau galten genau jene Planungsgrundsätze, die im Zuge des Baues der Linie U3 und U6 generell für Aufzugseinbauten festgelegt wurden. Dazu gehört beispielsweise die aus Sicherheitsgründen erforderliche Transparenz der Aufzugskabinen und Aufzugsschächte. Wichtig war auch, dass die Lifte gut einsehbar und erreichbar sind.

Darüber hinaus mussten selbstverständlich auch Arbeitnehmerschutzbestimmungen, die unter anderem eine ordnungsgemäße Erreichbarkeit der Liftmaschinenräume und sonstige Zugänglichkeit zu Wartungsarbeiten vorschreiben, beachtet werden.

Zwei Grundtypen für die Nachrüstung
Für das Nachrüstprogramm haben sich im Prinzip zwei grundlegende Typen herauskristallisiert. Es gab Stationen, wie beispielsweise auf der U4, im Bereich der ehemaligen Wiental- und Donaukanal – Linie, die einen sehr ähnlichen Typus aufweisen und wo jeweils nur an einem Stationsende ein, meist denkmalgeschütztes, Aufnahmegebäude vorhanden war.

Da ein Einbau in die denkmalgeschützen Objekte nicht möglich war, wurde im Zuge der Aufzugsnachrüstung gleich ein zweites komplettes Aufnahmegebäude errichtet, das neben den Liften jeweils auch eine entsprechende Stiegenanlage zusätzlich enthält.

Als Musterform für diese Nachrüstung können beispielsweise die Stationen Pilgramgasse, Margaretengürtel, Schönbrunn oder Roßauer Lände betrachtet werden. Neben diesem Stationstypus gab es – als zweiten grundsätzlichen – jene Stationen, bei denen die Möglichkeit bestand, im Rahmen der bestehenden Stationsbauwerke Lifteinbauten durchzuführen. Diese Lösungen sind überwiegend bei den Nachrüstungen im Bereich der Linien U2 und U1 zum Tragen gekommen.

In manchen Einzelfällen wie beispielsweise bei der Station Donauinsel mussten überhaupt Speziallösungen gesucht werden.

Im Schnitt wurden pro Jahr 5 bis 6 Millionen Euro in die Liftnachrüstung investiert, wobei der Titel „Aufzugsnachrüstung“ nur als Oberbegriff zu verstehen ist. In vielen Fällen wurde durch die Errichtung eines zweiten Aufnahmegebäudes am anderen Bahnsteigende die Erreichbarkeit der Station insgesamt verbessert und das Einzugsgebiet der Station vergrößert.

In manchen Fällen – wie etwa bei der Station Rathaus – wurde im Rahmen der Aufzugsnachrüstung eine teilweise Modernisierung bereits sehr veralteter Anlagen durchgeführt.

Lifte für die Ustrab
Seit 2002 werden von den Wiener Linien auch in Stationen der „Ustrab“ – so wird die unterirdische Straßenbahnstrecke am Gürtel genannt – Aufzüge eingebaut.

In der Station Matzleinsdorfer Platz stehen den Fahrgästen bereits seit Oktober 2002 zwei Lifte (und zwar Fahrtrichtung stadteinwärts) zur Verfügung. Ein dritter Lift für diese Station (am Bahnsteig der Gegenrichtung) ist geplant.

Mit dem Einbau wird noch heuer begonnen. In der Station Laurenzgasse wurden Mitte Oktober 2003 zwei neue Aufzüge in Betrieb genommen.

Seit Montag, 19. April 2004, gibt es auch in der Station Eichenstraße – hier halten Züge der Straßenbahnlinien 6, 18 und 62 sowie der Badner Bahn – eine Alternative zum Stiegensteigen. Die beiden neuen Aufzüge führen von den Bahnsteigen direkt an die Oberfläche.

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